DIE FRAGE
„Überall steht, man braucht einen Notgroschen. Aber wie viel ist das eigentlich genau — und wo soll das Geld liegen?“
Gefragt von einer 27-jährigen Angestellten im öffentlichen Dienst, die gerade angefangen hat, sich mit ihren Finanzen zu beschäftigen und 400 € monatlich übrig hat, die sie „irgendwo sinnvoll“ anlegen möchte.
Eine der häufigsten Fragen überhaupt — und eine, bei der viele Leute entweder gar nichts zurücklegen oder viel zu viel auf dem Tagesgeldkonto „parken“, weil sie unsicher sind, was eigentlich „genug“ ist.
Kurz gesagt
Als grobe Richtlinie gelten 2 – 3 Netto-Monatsgehälter auf einem Tagesgeldkonto — alles darüber sollte arbeiten, also investiert werden.
Die ausführliche Antwort
Der Notgroschen hat eine einzige Aufgabe: dich vor unerwarteten Ausgaben zu schützen, ohne dass du dafür Schulden aufnehmen oder ein Investment in einem schlechten Moment verkaufen musst. Klassische Beispiele: die Waschmaschine geht kaputt, das Auto braucht eine teure Reparatur, oder es kommt eine unerwartete Nachzahlung. 2 – 3 Monatsgehälter decken die allermeisten solcher Situationen ab.
Bei dir mit einem öffentlichen Dienst-Gehalt — also einem sehr sicheren Arbeitsplatz — kannst du eher am unteren Ende der Spanne bleiben, also näher an 2 Monatsgehältern. Wärst du selbstständig oder hättest ein unsicheres Anstellungsverhältnis, würde ich eher zu 4–6 Monatsgehältern raten, weil im Fall einer längeren Auftragsflaute oder Arbeitslosigkeit mehr Puffer nötig ist.
Wo soll das Geld liegen? Auf einem Tagesgeldkonto — bewusst NICHT in ETFs oder Fonds. Das ist wichtig: Der Notgroschen ist kein „Investment“, sondern eine Versicherung gegen schlechtes Timing. Wenn die Waschmaschine genau dann kaputtgeht, wenn dein Depot gerade 15 % im Minus steht, willst du nicht gezwungen sein, in diesem Moment zu verkaufen. Das Tagesgeld bringt zwar kaum Zinsen, aber das ist auch nicht sein Job — sein Job ist, immer verfügbar und immer stabil zu sein.
Für dich konkret: Wenn dein Nettogehalt z. B. bei 2.400 € liegt, wären 4.800 – 7.200 € ein sinnvoller Notgroschen. Alles, was du darüber hinaus monatlich übrig hast — bei dir 400 € — kann in einen ETF- / Fondssparplan fließen, idealerweise automatisiert per Dauerauftrag, damit du nicht jeden Monat neu entscheiden musst.
✅ ZUM MITNEHMEN
Schau dir dein letztes Kontoauszug an und rechne 2 – 3 Nettomonatsgehälter aus. Liegt schon mehr als das auf deinem Tagesgeldkonto? Dann ist der überschüssige Betrag „totes Kapital“, das eigentlich arbeiten sollte. Liegt weniger da, baue den Notgroschen zuerst auf, bevor du größere Summen investierst.
💬 Was denkst du? Wie handhabst du das — hast du einen festen Betrag als Notgroschen definiert, oder eher ein Bauchgefühl? Diskutiere gerne in den Kommentaren.
📬 Eigene Frage? Schreib mir auf LinkedIn oder im kostenlosen Erstgespräch — vielleicht wird sie zur nächsten Folge.
