💬 Frag Florian · Folge 4 · 4 Min. Lesezeit · 🎭 Aus der Lena-Reihe

DIE FRAGE

„Ich hab gerade meinen ersten unbefristeten Arbeitsvertrag unterschrieben und mein Gehalt klingt nach richtig viel Geld. Wie viel davon sollte ich eigentlich monatlich sparen, ohne dass es sich anfühlt, als würde ich mir alles verbieten?“

Diese Folge begleitet Lena, 26, frisch examinierte Maschinenbau-Ingenieurin. Sie hat letzte Woche ihren ersten Arbeitsvertrag unterschrieben (→ Reihe „Ein Jahr im Leben von Lena“, Folge 1) und steht jetzt vor der Frage, wie sie mit ihrem ersten „richtigen“ Gehalt umgehen soll.

Diese Frage stellt sich praktisch jeder beim ersten festen Gehalt — und die Versuchung ist groß, entweder gar nichts zu planen („ich schau einfach, was am Ende übrig bleibt“) oder sich selbst mit einem viel zu strengen Sparplan unter Druck zu setzen, der nach drei Monaten wieder aufgegeben wird.

Kurz gesagt

Eine bewährte Faustregel ist die 50-30-20-Aufteilung: 50 % für Fixkosten, 30 % für Lifestyle, 20 % für Sparen und Vermögensaufbau. Für den Anfang reicht es aber auch, einfach mit 10 % zu starten — Hauptsache, es passiert automatisch.

Die ausführliche Antwort

Die 50-30-20-Regel ist ein guter Ausgangspunkt, aber kein Dogma: 50 % deines Nettogehalts für Fixkosten (Miete, Versicherungen, Lebensmittel, Handy etc.), 30 % für Dinge, die dir Freude machen (Hobbys, Ausgehen, Reisen, Shopping), und 20 % für Sparen, Investieren und Schuldenabbau. Für Lena als Berufseinsteigerin in einer mittelgroßen Stadt mit vermutlich noch günstiger Miete (vielleicht sogar noch eine WG) dürfte die 50 %-Fixkosten-Marke sogar Luft nach oben lassen — was bedeutet, dass mehr als 20 % für den Vermögensaufbau möglich wären, ohne dass sich das Leben einschränkt.

Der wichtigste Punkt ist aber gar nicht die genaue Prozentzahl, sondern wie das Sparen passiert: automatisiert, am besten direkt am Tag des Gehaltseingangs. Ein Dauerauftrag, der z. B. 200 € auf ein separates Tagesgeld-Unterkonto (für den Notgroschen) und später, sobald der Notgroschen aufgebaut ist, in einen ETF- / Fondssparplan überweist, funktioniert psychologisch viel besser als „ich schau am Monatsende, was übrig ist“. Was man nicht auf dem Girokonto sieht, gibt man auch nicht aus — das ist keine Wunderformel, sondern einfach, wie unser Kopf mit Geld umgeht.

Für Lena konkret heißt das: In den ersten 1-2 Monaten erstmal beobachten, wie sich das Gehalt tatsächlich anfühlt — viele Berufseinsteiger unterschätzen anfangs, wie viel von „brutto“ zu „netto“ wird und wie schnell sich neue Fixkosten (Berufskleidung, Pendeln, eigene Wohnung) summieren. Ab Monat 2 oder 3 dann eine erste Sparrate festlegen, die sich machbar anfühlt — lieber niedrig anfangen und später erhöhen, als hoch anfangen und nach drei Monaten frustriert wieder stoppen.

✅ ZUM MITNEHMEN

Richte direkt mit der ersten Gehaltsabrechnung einen Dauerauftrag ein — auch wenn es nur 50 oder 100 € sind. Die Höhe ist anfangs weniger wichtig als die Gewohnheit. Du kannst die Rate jederzeit erhöhen, wenn du merkst, dass mehr geht.

💬 Was denkst du? Wie hast du es bei deinem ersten Gehalt gemacht — hattest du von Anfang an einen Plan, oder hat sich das erst mit der Zeit eingespielt? Und: Was hättest du an Lenas Stelle als Sparrate gewählt?


📬 Eigene Frage? Schreib mir auf LinkedIn oder im kostenlosen Erstgespräch — vielleicht wird sie zur nächsten Folge.

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