⏱ 8 Minuten Lesezeit · von Florian Völkel · Mentor für Karriere & Vermögensaufbau · Juni 2026
Warum ich als Berater provisionsbasiert arbeite — und was das für dich bedeutet
Ein ungewohnt transparenter Blick darauf, wie provisionsbasierte Finanzberatung funktioniert — inklusive Interessenkonflikt, Alternativen und was das konkret für dich bedeutet.
Für alle Zielgruppen — dieser Artikel ist der ungewohnteste den ich je geschrieben habe.
Ich verdiene Geld wenn du bei mir ein Finanzprodukt abschließt.
Kein Fixgehalt, kein Stundensatz, keine Beratungsrechnung. Wenn du eine BU-Versicherung abschließt, eine PKV wählst, ein Depot eröffnest — ich bekomme dafür eine Provision von der Gesellschaft. Wenn du nichts abschließt, verdiene ich nichts.
Das steht auch im Kleingedruckten meiner Website. Aber Kleingedrucktes liest niemand. Deshalb schreibe ich diesen Artikel.
Warum ich das offen sage
Nicht weil ich muss. Sondern weil ich glaube, dass Vertrauen nur auf einem Fundament funktioniert: du weißt genau womit ich mein Geld verdiene.
Die Alternative wäre, das Geschäftsmodell zu verstecken. Es irgendwo im Fußnotentext zu erwähnen. So zu tun als wäre ich ein neutraler Ratgeber ohne Eigeninteresse.
Das wäre unehrlich. Und Unehrlichkeit — auch wenn sie bequemer ist — ist keine Basis für eine Beziehung in der jemand mir seine Finanzen anvertraut.
Wie Provision funktioniert — konkret
Wenn du über mich eine BU-Versicherung abschließt, zahlt die Versicherungsgesellschaft mir eine einmalige Provision — typischerweise einen Bruchteil der Jahresbeiträge über die Laufzeit. Du zahlst keinen Aufpreis. Der Versicherungsbeitrag ist derselbe ob du direkt, über einen Vergleichsrechner, oder über mich abschließt.
Bei Investmentprodukten — Fonds, Depots, Altersvorsorge — kann es laufende Provisionen geben (sogenannte Bestandsprovisionen) oder einmalige Abschlussprovisionen. Das ist je nach Produkt unterschiedlich.
Der ehrliche Punkt: Ich habe ein finanzielles Interesse daran, dass wir etwas zusammen umsetzen. Das ist die Wahrheit. Und sie verdient einen ehrlichen Umgang.
Der Interessenkonflikt — und wie ich damit umgehe
Provision schafft einen Interessenkonflikt. Das ist keine Spekulation — das ist Struktur.
Wer auf Provision angewiesen ist, könnte versucht sein:
- Produkte zu empfehlen die höhere Provisionen zahlen, auch wenn sie nicht die beste Wahl sind
- Mehr Produkte zu empfehlen als notwendig
- Beratungsgespräche so zu gestalten, dass am Ende immer ein Abschluss steht
Ich wäre naiv zu behaupten, dieser Druck existiert nicht. Er existiert. Ich fühle ihn. Jeder auf Provision arbeitende Berater kennt das Gefühl wenn ein Gespräch „nichts ergibt“ — weil der Kunde nichts braucht, nichts kauft, nur Informationen mitnimmt.
Wie ich damit umgehe:
Erstens: Das Gespräch zuerst, das Produkt danach. Ich empfehle kein Produkt bevor ich die Situation vollständig verstanden habe. Das klingt selbstverständlich und ist es leider nicht immer in meiner Branche.
Zweitens: Ich sage explizit wenn etwas nicht passt. Wenn jemand zu mir kommt und ich sehe, dass er in seiner aktuellen Situation kein neues Produkt braucht — sage ich das. Das kostet mich Provision. Es ist trotzdem das Richtige.
Drittens: Ich erkläre das Geschäftsmodell. Dieser Artikel ist der Beweis. Wenn du nach dem Lesen das Gefühl hast, dass du lieber mit jemandem sprichst der stundenweise abrechnet: Das ist legitim. Ich sage dir gerne wie du einen Honorarberater findest.
Provision vs. Honorar — was ist besser?
Das ist eine Frage die ich häufig bekomme. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an.
| Modell | Wie es funktioniert | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Honorarberatung | Du zahlst den Berater direkt — pro Stunde oder pauschal für seine/ihre Unterstützung. | Kein Interessenkonflikt. | Gerade diejenigen, die es am meisten brauchen, können es sich nicht leisten. Beiträge von typischerweise 150–300 € pro Stunde sind schlicht nicht machbar für jeden.. |
| Provisionsberatung | Du zahlst nichts direkt. Wir schauen uns deine Situation an, und falls es etwas gibt, wo du selbst sagst: „Dass will ich machen“, dann lösen wir es – und du zahlst mir keinen Cent. | Zugang für alle | Ein Interessenkonflikt ist prinzipiell vorhanden. |
Honorarberatung bedeutet: Du zahlst den Berater direkt — pro Stunde oder pauschal. Kein Interessenkonflikt durch Produktabschluss. Dafür: echte Kosten die du als Rechnung siehst. Typisch sind 150–300 € pro Stunde.
Provisionsberatung bedeutet: Du zahlst nichts direkt. Die Provision kommt vom Produktanbieter. Der Interessenkonflikt ist strukturell vorhanden — aber der Zugang ist niedrigschwelliger.
Beide Modelle haben Vor- und Nachteile. Was entscheidet ist nicht das Modell — sondern der Mensch dahinter und ob er dir gegenüber ehrlich ist.
Ein Honorarberater der schlechte Produkte empfiehlt ist kein besserer Berater als ein Provisionsberater der gute Produkte empfiehlt. Und umgekehrt.
Was das für dich bedeutet
Wenn du zu mir in ein Gespräch kommst, weißt du jetzt:
- Ich verdiene nur wenn du etwas abschließt
- Du zahlst keinen Aufpreis gegenüber dem Direktabschluss
- Ich habe ein Interesse daran, dass du längerfristig Kunde bleibst — was bedeutet, dass schlechte Empfehlungen langfristig gegen mich arbeiten
- Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich — du entscheidest danach ob und wie du weitermachen willst
Und du weißt, dass ich diese Dinge schreibe — obwohl niemand mich dazu zwingt und obwohl es mir potenzielle Kunden kosten kann die mit Provision generell unwohl sind.
Das ist der Deal den ich dir anbiete: maximale Transparenz über mein Geschäftsmodell, damit du entscheiden kannst ob du mir vertraust.
Warum Transparenz das Richtige ist — auch geschäftlich
Ich hätte diesen Artikel nicht schreiben müssen. Kein Gesetz verlangt ihn. Kein Kunde hat danach gefragt.
Ich schreibe ihn weil ich glaube, dass die Menschen die nach diesem Artikel trotzdem mit mir sprechen wollen — genau die richtigen sind. Die die Transparenz schätzen. Die die wissen wollen wie es wirklich funktioniert. Die nicht nach dem Berater suchen der am besten klingt, sondern nach dem der am ehrlichsten ist.
Das ist die Zielgruppe mit der ich arbeiten will. Nicht wer.
Eine letzte Sache
Wenn du nach diesem Artikel das Gefühl hast „Ok, du bist ehrlich — aber ich will trotzdem lieber einen Honorarberater“: Das respektiere ich vollständig.
Schreib mir trotzdem. Ich kenne gute Honorarberater und vermittle gerne weiter.
Nächste Schritte
→ Kostenloses Erstgespräch: Jetzt weißt du genau wie es funktioniert. Wenn du trotzdem — oder gerade deshalb — sprechen willst: Ich freue mich.
→ Über mich: Wenn du noch mehr über mich lesen möchtest, und wer ich bin, dann schau mal hier.
→ Kontakt: Schreib mir gerne, dann reden wir mal unverbindlich.
Florian Völkel ist lizenzierter Finanzberater (§ 34c, d GewO) bei MLP Finanzberatung SE in Nürnberg. Vergütung erfolgt provisionsbasiert gemäß den gesetzlichen Vorgaben. Dieser Artikel stellt keine individuelle Beratung dar.
